Am Dienstag, den 24. März hatten die Klassenstufen 9 und 10 in der 7./8. Stunde (13:30-15:00 Uhr) die Möglichkeit, in der Turnhalle unserer Schule einem jüdischen Zeitzeugen der NS-Zeit zu begegnen. Es handelte sich um ein Projekt, dass durch das Ministerium für Bildung Rheinland/Pfalz gefördert wird: Zu Gast war Herr Ernst O. Krakenberger (85 Jahre) aus Nürnberg. Begleitet und unterstützt wurde er durch den Vorstand vom Haus Israel Beit Adonai Elohei Israel e.V. aus Neuwied, Herrn Winkler mit seiner Frau.
In seinem Vortrag erzählte Herr Krakenberger (geb. am 22. Dezember 1940) von sich und seiner Familie. Seine Eltern versteckten ihn 1942 als kleinen Jungen bei der christlichen Familie Stockmann, als ihnen die Deportation bevorstand. Diese Familie ging dabei ein großes persönliches Risiko ein, als sie Ernst aufnahm. Sie integrierte ihn aber wie ein eigenes Kind und pflegte ihn liebevoll in den Zeiten kriegerischer Not. Die Eltern von Ernst Krakenberger überlebten beide wie durch ein Wunder vier Arbeits- bzw. Konzentrationslager. Im September 1945 kamen die Eltern von Ernst erschöpft, gealtert und ausgemergelt zurück und waren überglücklich ihren Sohn lebend wieder zu sehen!
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schüler:nnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit Herrn Krakenberger auch persönlich ins Gespräch zu kommen.
„Seid Menschen! Menschen haben es getan, weil sie Menschen nicht als Menschen anerkannt haben. Man kann nicht alle Menschen lieben, aber Respekt gebührt jedem. Es gibt kein christliches, kein jüdisches, kein muslimisches Blut, es gibt nur menschliches Blut. Wir sind alle gleich. Was war, war – wir können es nicht mehr ändern. Es darf nur nie, nie wieder geschehen.“
(Holocaust Überlebende Margot Friedländer bei der Sondersitzung zum Internationalen Holocaust Gedenktag des Europäischen Parlaments am 27.01.2022)
Text: Stephanie Hannappel


