Ein voll besetzter Saal, mitreißende Rhythmen, beeindruckende Soli und der unverwechselbare Klang großer Jazzorchester: Der zweite Big Band Summit in der Aula des Mons-Tabor-Gymnasiums zeigte eindrucksvoll, wie lebendig die Jazzszene im Westerwald ist. Gemeinsam gestalteten die beiden Big Bands des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz, The Blueberry Jazz Orchestra und The Yellow Tone Orchestra, sowie die Westerwälder Big Band JatzzImpact einen abwechslungsreichen Konzertabend.
Im Mittelpunkt standen die jungen Musikerinnen und Musiker des LMG. Unter der Leitung von Andreas Steffens präsentierten beide Ensembles ihr musikalisches Können mit großer Spielfreude, klanglicher Präzision und vielen überzeugenden solistischen Beiträgen. Immer wieder würdigte das Publikum die Solistinnen und Solisten mit spontanem Zwischenapplaus – ein Zeichen für das bemerkenswert hohe Niveau der LMG-Bands.
Den Auftakt übernahm das Blueberry Jazz Orchestra. Mit Werken wie Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ und „Pepita“ von Maxim Lany zeigte das Ensemble die stilistische Vielfalt des Jazz: kraftvolle Big-Band-Passagen wechselten sich mit fein gestalteten Soli ab, darunter auch ein besonderer Beitrag am Vibrafon.
Anschließend überzeugte das Yellow Tone Orchestra mit einem ebenso facettenreichen Programm. Rhythmische Akzente, differenzierte Bläsersätze und ausdrucksstarke Soli prägten die Auftritte. Stücke wie Scott Joplins „March Majestic“ oder Peter Herbolzheimers „Blues in Latin“ boten Raum für klangvolle Einzeldarbietungen und energiegeladene Ensemblepassagen. Besonders die eindrucksvolle Schlagzeugeröffnung sorgte für Begeisterung im Publikum.

Ein besonderer Höhepunkt lag bereits vor dem Konzert: Die Schülerinnen und Schüler konnten in Workshops mit Musikerinnen und Musikern der SWR Big Band ihre Fähigkeiten vertiefen. Nemanja Jovanović (Trompete), Christoph Beck (Saxofon), Volker Engelberth (Klavier) und Adi Becker (Posaune) arbeiteten mit den jungen Musikerinnen und Musikern an Spieltechnik, Atmung, Improvisation, Klanggestaltung und Zusammenspiel. Diese direkte Begegnung mit erfahrenen Profis ermöglichte wertvolle musikalische Impulse und eröffnete den Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven für ihr eigenes Spiel.

Adi Becker von der Big Band der Bundeswehr leitet den Workshop für das Posaunenregister
Einige der Workshop-Dozenten wirkten am Abend auch selbst auf der Bühne mit und bereicherten das Konzert durch solistische Beiträge. So wurde die Verbindung von musikalischer Ausbildung, regionalem Engagement und professioneller Jazzpraxis unmittelbar hörbar.
Der Konzertabend war dem kürzlich verstorbenen Uli Adomeit gewidmet, der nicht nur aber insbesondere als Musikkoordinator die Jazzmusik am LMG über viele Jahre entscheidend geprägt und gefördert hatte. Mit ihren Auftritten setzten die jungen Musikerinnen und Musiker ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass sein musikalisches Erbe weiterlebt.

Abschluss mit den Yellow Tones
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere den Workshop-Dozenten der SWR Big Band, dem Vorstand und den MusikerInnen von JatzzImpact für die Organisation und Mitgestaltung des Konzertabends, Andreas Steffens als musikalischer Leiter der BigBands am LMG, Schulleiter Dr. Udo Rademacher und Musikkoordinator Tobias Simon für die Unterstützung der Jazzarbeit am LMG. Der Big Band Summit hat erneut gezeigt: Jazz ist am Landesmusikgymnasium nicht nur ein musikalisches Angebot, sondern eine lebendige Gemeinschaft, die begeistert und verbindet.
Fotos: Nico Mille





Probe der Rhythmusgruppe mit Piano, Bass, Gitarre und Schlagzeug geleitet von Volker Engelberth

Saxophonprobe leitet Christoph Beck von der SWR Big Band

Trompeten-Workshop leitet Nemanja Jovanović von der SWR Big Band
